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Die Blüte der Magnolien im Maurischen Garten der Wilhelma hat begonnen – Magnolienblüte taucht die Wilhelma in ein Meer von Farben

Mar 20, 2026 IDOPRESS
In der Wilhelma nimmt eines der eindrucksvollsten Schauspiele der Pflanzenwelt Fahrt auf: Dank der schon zu Monatsbeginn sonnenreichen Tage und frühlingshaften Temperaturen entfalten die Magnolien im Maurischen Garten nun ihre ganze Pracht. Das langgestreckte Oval des historischen Gartens verwandelt sich Schritt für Schritt in ein Meer von Farben und markiert

In der Wilhelma nimmt eines der eindrucksvollsten Schauspiele der Pflanzenwelt Fahrt auf: Dank der schon zu Monatsbeginn sonnenreichen Tage und frühlingshaften Temperaturen entfalten die Magnolien im Maurischen Garten nun ihre ganze Pracht. Das langgestreckte Oval des historischen Gartens verwandelt sich Schritt für Schritt in ein Meer von Farben und markiert damit für viele Besucherinnen und Besucher den botanischen Start in den Frühling.

Die auffälligen Blüten der meisten Magnolien erscheinen bereits vor dem Austrieb der Blätter. Den Auftakt der Blütezeit machen meist die Sternmagnolien vor dem Maurischen Landhaus mit ihren schmalen,schneeweißen Blütenblättern. Ihnen folgen die rosafarbenen und purpurnen Tulpenmagnolien,die den Maurischen Garten prägen. Es entwickelt sich ein wechselndes Farbenspiel aus Weiß-,Rosa- und Purpurtönen. Deutlich später im Frühjahr blühen dagegen die bis dahin bereits belaubte Gurkenmagnolie vor dem Aquarium oder auch die Immergrünen Magnolien am Haupteingang und an den Subtropenterrassen.

Der Maurische Garten beherbergt den größten Magnolienhain nördlich der Alpen. In der gesamten Wilhelma wachsen heute mehr als 90 Magnolien aus fast 30 verschiedenen Arten und Sorten,der überwiegende Teil davon im historischen Herzen der Anlage. Die Geschichte der Magnolien in der Wilhelma reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. König Wilhelm I. von Württemberg ließ ab 1850 die ersten Exemplare in seine Parkanlagen bringen. Zehn von ihnen stehen noch heute im Park und sind inzwischen über 170 Jahre alt. Damit gehören sie nicht nur zu den botanischen Besonderheiten der Wilhelma,sondern auch zu lebenden Zeugnissen ihrer kulturhistorischen Entstehungszeit. Die jüngsten Magnolien wurden erst im vergangenen Herbst gepflanzt: Es handelt sich um vier Exemplare unterschiedlicher Sorten,die im Bestand der Wilhelma bislang fehlten,ihn aber hinsichtlich Form und Farbe ihrer Blüten gut ergänzen.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht sind Magnolien bemerkenswert: Die Pflanzengattung existiert seit mehr als 100 Millionen Jahren,als noch Dinosaurier die Kontinente bevölkerten. Magnolien zählen damit zu den ältesten heute noch lebenden Blütenpflanzen der Erde. Botanikerinnen und Botaniker bezeichnen sie daher oft als „lebende Fossilien“.

Die Pflege der Magnolien ist anspruchsvoll. Clemens Hartmann,Baumexperte in der Wilhelma,erklärt: „Unser Magnolienhain ist ein Kleinod,das gut gepflegt werden muss. Im vergangenen Jahr haben wir die Bewässerung von Magnolien und Rasen entkoppelt,um die Bäume noch zielgerichteter mit Wasser zu versorgen. Außerdem haben wir durch das Einbringen von Lauberde das Bodenleben vitalisiert. Wir danken dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma dafür,dass er uns beim Erhalt unseres historischen Magnolienhains finanziell kräftig unterstützt.“ Hartmann verrät auch,warum einige Magnolien weiß angestrichen sind: „Hohe Temperaturen machen besonders den älteren Magnolien zu schaffen. Dort,wo aufgrund der bereits lichten Kronen zu viel Sonnenstrahlen auf Stamm und Äste strahlen,haben wir mit weißer Baumfarbe für Sonnenschutz gesorgt.“

Das Engagement der Wilhelma und ihres Fördervereins beschränkt sich nicht nur auf die Pflege der eigenen Parkanlagen. Weltweit gelten mehr als die Hälfte der rund 335 bekannten Magnolienarten als bedroht,vor allem durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume aufgrund von Abholzung. Wilhelma-Direktor Dr. Kölpin betont: „Zusammen mit dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma unterstützen wir die Organisation Jocotoco dabei,ehemals gerodete Regenwaldflächen in Ecuador zu renaturieren. Damit haben wir nicht nur seltene Magnolienarten vor dem Aussterben gerettet,sondern auch die Lebensräume unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten bewahrt.“

Foto (© Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann): Einige frühe Tulpenmagnolien blühen bereits.

 


PM Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart