Große Daten

Vier Jahre Krieg Russlands Wirtschaft rutscht ins Minus, das sieht jetzt sogar Putin

Mar 24, 2026 IDOPRESS
Öffentlich spielte Wladimir Putin russische Wirtschaftsprobleme lange runter. Nun kann auch er die schwachen Zahlen nicht mehr leugnen. Seine Erklärung: zu viele Feiertage.

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Wladimir Putin bei einem Wirtschaftstreffen im Kreml

Foto: Gavriil Grigorov / SPUTNIK / KREMLIN / EPA

Sein eigener Wirtschaftsminister warnte ihn bereits,trotzdem wollte Russlands Machthaber Wladimir Putin im vergangenen September zumindest öffentlich nichts von Wirtschaftsproblemen im Land wissen. Russlands Ökonomie brauche nur eine »sanfte Landung«,sagte er. Nun,ein halbes Jahr später,kann auch Putin die Probleme nicht mehr leugnen: Russlands Wirtschaft ist nach vier Jahren Krieg offiziellen Angaben zufolge ins Minus gerutscht.

»Im Januar dieses Jahres ist Russlands Bruttoinlandsprodukt 2,1 Prozent niedriger gewesen als vor einem Jahr«,sagte Putin bei einer Regierungssitzung. Gleichzeitig sei die Industrieproduktion um 0,8 Prozent zurückgegangen. Während er dies mit der größeren Anzahl an Feiertagen in diesem Jahr gegenüber 2025 erklärte,forderte er zugleich von der Regierung entschiedene Maßnahmen,um »auf den Pfad nachhaltigen Wachstums zurückzukehren«.

Putin hat im Februar 2022 den Angriff auf die Ukraine befohlen. Den darauffolgenden Sanktionen des Westens konnte die russische Ökonomie nach der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft lange relativ gut widerstehen. Das lag auch daran,dass der staatlich finanzierte Rüstungssektor Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts antrieb. Anzeichen einer Krise machten sich bereits im vergangenen Jahr in zivilen Sektoren bemerkbar und konnten zuletzt dann auch nicht mehr durch steigende Waffenproduktion aufgefangen werden.

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Auch die Sanktionen aus der EU haben laut dem EU-Sanktionsbeauftragten David O’Sullivan »erhebliche Auswirkungen« auf die russische Wirtschaft. Wegen Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine versucht die EU seit Jahren,Russland mit scharfen Sanktionen unter Druck zu setzen.

Putins Wirtschaft steckt in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn. Russlandexperte Alexander Libman erklärte im SPIEGEL-Interview,wie der Westen diese Schwäche nutzen könnte.

ptz/dpa