

Bild vergrößern
Trinkpäckchen von Capri-Sun mit kontroversem Papierstrohhalm
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
Wenn Getränkehersteller plötzlich beginnen,sich für die Umwelt zu begeistern,ist in der Regel Vorsicht angebracht. Biertrinkende Freunde des Regenwaldes wissen davon ein Lied zu singen.
Nun hat der Unternehmenschef von Capri-Sun beim Ziel,die Natur mit mehr Plastikstrohhalmen zu schützen,unerwartet eine Niederlage eingeräumt. Das auf fruchthaltige Zuckergetränke spezialisierte Unternehmen hatte zuletzt genau dafür eine,letztlich erfolglose,Unterschriftenaktion aufgesetzt.
»Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei«,sagte Hans-Peter Wild,Präsident des Verwaltungsrats der Capri Sun Group Holding AG,der »Rhein-Neckar-Zeitung«. »Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.«
Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken,werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.
Capri-Sun wollte dazu mit einer Onlinepetition eine Million Unterschriften sammeln,kam aber nur auf weniger als 170.000.
data-area="text" data-pos="12">
Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor Kurzem: »Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.« Die kleinen Trinkbeutel seien hauptsächlich für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.
jpe/dpa