Biologie

Konflikt mit EU Chef von Capri-Sun hält Strohhalmpetition für »schlecht gemacht«

Jun 16, 2026 IDOPRESS

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Trinkpäckchen von Capri-Sun mit kontroversem Papierstrohhalm

Foto: Bernd Weißbrod / dpa

Wenn Getränkehersteller plötzlich beginnen,sich für die Umwelt zu begeistern,ist in der Regel Vorsicht angebracht. Biertrinkende Freunde des Regenwaldes wissen davon ein Lied zu singen.

Nun hat der Unternehmenschef von Capri-Sun beim Ziel,die Natur mit mehr Plastikstrohhalmen zu schützen,unerwartet eine Niederlage eingeräumt. Das auf fruchthaltige Zuckergetränke spezialisierte Unternehmen hatte zuletzt genau dafür eine,letztlich erfolglose,Unterschriftenaktion aufgesetzt.

»Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei«,sagte Hans-Peter Wild,Präsident des Verwaltungsrats der Capri Sun Group Holding AG,der »Rhein-Neckar-Zeitung«. »Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.«

Seit 2021 nur noch mit Papierstrohhalm erhältlich

Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm mit einer entsprechenden Genehmigung der Europäischen Union (EU). Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Pläne. Wegen eines Verbots der EU von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.

Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken,werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.

Eine Million Unterschriften gewollt,keine 170.000 gesammelt

»Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar«,sagte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstags. »90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin,wenn sie leer getrunken ist.« Besser wäre es daher,wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun bleibe und der Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen.

Capri-Sun wollte dazu mit einer Onlinepetition eine Million Unterschriften sammeln,kam aber nur auf weniger als 170.000.

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Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor Kurzem: »Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.« Die kleinen Trinkbeutel seien hauptsächlich für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.

jpe/dpa