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Ökonom Truger
Foto: Florian Gaertner / photothek.de / picture alliance
Der Ökonom und Wirtschaftsweise Achim Truger wusste eigenen Angaben zufolge offiziell nichts davon,dass die Zeit von Ulrike Malmendier im Sachverständigenrat endet. Ihr »Rausschmiss« sei »mehr als überraschend«,schreibt er in seiner Kolumne im Magazin »Surplus«
. »Und er geschah ohne vorherige Kommunikation mit der Betroffenen und den übrigen Ratsmitgliedern,die das Geschehen nur staunend aus den Medien verfolgen konnten.«
Erst am Samstag,dem letzten Tag von Malmendiers Amtszeit,seien die Wirtschaftsweisen informiert worden. »All das ist selbstverständlich rechtlich nicht zu beanstanden,ein respektvoller,vertrauenserweckender Umgang und der allerbeste Stil sind es sicher nicht.«
Truger geht in seiner Kolumne auch auf das Verhältnis zwischen Wirtschaftsweisen und Politik ein. »Der moderne Rat ist eher konstruktiver Begleiter der Politik,der pragmatisch Optionen zur Lösung wirtschaftlicher Probleme aufzeigt«,schreibt er. »Wirtschaftspolitisch ist er dabei keinem klaren Paradigma mehr zuzuordnen.« Dass er nur noch selten klare Empfehlungen an die Politik richte,sei keine Schwäche. Vielmehr spiegle es »den internationalen,stark empirisch geprägten Mainstream der VWL« wider.
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Der Sachverständigenrat ist nach dem Ausscheiden Malmendiers nur noch zu viert. Geleitet wird er von der Münchner Ökonomin Monika Schnitzer. Weitere Mitglieder sind neben Truger Veronika Grimm und Martin Werding.
Bereits am Montag hatte sich das Gremium zur Causa Malmendier geäußert. Man habe die Entscheidung mit »großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern« zur Kenntnis genommen,heißt es in einer Mitteilung. Grimm distanzierte sich später von der Erklärung.
Wie die Topökonomin Malmendier zum Spielball eines Koalitionsstreits wurde,erfahren Sie hier.
esw