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Weniger Zölle, mehr Kooperation EU und Australien besiegeln Freihandelsabkommen

Mar 24, 2026 IDOPRESS
Die europäischen Staaten suchen dringend nach zuverlässigen Partnern, (nicht erst) seit in den USA das Chaos regiert. Nun steht ein EU-Deal mit Canberra. Die deutschen Autobauer frohlocken.

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EU-Kommissarin Ursula von der Leyen bei einer traditionellen Zeremonie in Sydney (am 23. März)

Foto: Dean Lewins / EPA

Geografisch könnten beide Partner kaum weiter voneinander entfernt sein. Trotzdem rücken die Europäische Union und Australien nun näher zusammen. Beide haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen.

Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.

Von der Leyen machte deutlich,dass es für die EU wichtig ist,internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren,um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern. Das gilt erst recht in einer Zeit,in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind.

Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU,die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken. Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden,um die Wirtschaft aller Partner anzukurbeln. Industriebereiche,die besonders von dem Abkommen profitieren könnten,sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau,Chemikalien,Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft.

»Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt,dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind«,sagte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt,doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein. Auch mit der neuen Partnerschaft im Bereich Sicherheit und Verteidigung rücke man noch enger zusammen. Sie sieht unter anderem stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken,hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vor.

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Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann,ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

jok/dpa