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Omnibusse im Depot: Kurzfristige staatliche Entlastungen gefordert
Foto: Jan Huebner / IMAGO
Der starke Anstieg der Dieselpreise belastet das Speditionsgewerbe erheblich. Seit Beginn des Irankriegs sei der Preis um rund 40 Cent pro Liter gestiegen,sagte Dirk Engelhardt,Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Bei einer monatlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern und einem Verbrauch von 30 Litern pro Kilometer ergeben sich für einen Lkw demnach Mehrkosten von rund 1200 Euro pro Monat. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich dies auf mehr als 700.000 Euro im Jahr. »Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte,ist naheliegend«,betonte Engelhardt.
Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen. Nötig seien laut Engelhardt schnelle und unbürokratische Maßnahmen,um die Liquidität der Unternehmen zu sichern und Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Gefordert wird unter anderem eine Dieselpreisbremse,um die Belastung der Betriebe zu begrenzen und Insolvenzen im Mittelstand zu verhindern. Denkbar seien zudem eine Erstattung der CO₂-Abgabe auf Diesel oder eine Aussetzung der CO₂-Komponente der Lkw-Maut. Entscheidend sei,dass die Maßnahmen zielgerichtet und direkt bei den Transportunternehmen ankommen.
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Die Zeitnot der Spediteure und Busunternehmer muss aus Sicht von Katherina Reiche (CDU) jedoch hinter den Anliegen der Energiebranche zurücktreten. Eigentlich hätte das Gesetz bereits am Freitagnachmittag nach der Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat und der Unterschrift von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Bundesgesetzblatt verkündet werden können.
Das Bundesamt für Justiz hatte die digitale Veröffentlichung allerdings auf Drängen des Wirtschaftsministeriums verzögert. Das Haus von Reiche hatte »Bild« zufolge regierungsintern darauf hingewiesen,dass Mineralölkonzerne und das Kartellamt,das mit dem Maßnahmenpaket stärkere Kontrollrechte erhält,mehr Zeit benötigten. »Die beteiligten Akteure haben uns gebeten,für eine reibungslose Umsetzung auf ein Inkrafttreten zum 1. April hinzuwirken«,teilte ein Sprecher der Bundeswirtschaftsministerin der »Bild«-Zeitung mit. Aktuell ist die Veröffentlichung für den 31. März geplant.
mik/dpa-AFX/AFP