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Evelyn Palla,Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa
Die Chefin der Deutschen Bahn (DB),Evelyn Palla,hat eine »organisierte Verantwortungslosigkeit« im Staatskonzern beklagt. Das müsse der Vergangenheit angehören,sagte Palla der »Welt am Sonntag«. Pünktlichkeit beginne mit einer »klaren und transparenten Verantwortungsallokation an der richtigen Stelle«.
Palla sagte der Zeitung: »Wesentliche Entscheidungen auch zu operativen Verbesserungen wurden häufig zentral in der Konzernleitung getroffen.« Diejenigen in der Zentrale,die diese Entscheidungen getroffen hatten,hätten jedoch keine Verantwortung für die Umsetzung in der Fläche getragen.
»Umsetzen mussten es die Kollegen draußen. Die wiederum haben gesagt: Das habe ich nicht entschieden,und das funktioniert bei mir auch nicht.« In der Zentrale habe es dann geheißen,die in der Fläche hätten es nicht richtig umgesetzt. »Das war am Ende so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit.
Sie interessiere sich aber nicht für die Erklärung von Problemen,sondern für die Lösung. »Wir hatten bei der Bahn noch nie ein Erkenntnisproblem,aber viel zu lange ein Umsetzungsproblem. Das hat nachweislich nicht zum Erfolg geführt.«
Insgesamt sei die »Leistungskultur der Vergangenheit für die Performance der Bahn nicht ausreichend«,sagte die DB-Chefin der Zeitung. »Das wollen wir ändern.« Seit ihrer Amtsübernahme im Oktober habe das Unternehmen Bahn »viel umgebaut,verschlankt,ein neues Führungsprinzip mit deutlich mehr dezentraler Verantwortung ausgerufen«.
Palla betonte,dass sie mit ihrer Kritik »explizit nicht« die Zugbegleiter,Lokführer,Fahrdienstleiter,Gleisarbeiter und Disponenten meine. »Alle,die jeden Tag mit einer unbefriedigenden Situation kämpfen und viel improvisieren müssen,das sind meine Helden,die die Eisenbahn täglich am Laufen halten.«
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Evelyn Palla verspricht,die Bahn gründlich zu sanieren. Doch ihre Kritiker verlangen mehr als Organigramme und wohlklingende Powerpoint-Präsentationen.
hda/AFP